Samhain - Die Grenzen zwischen den Welten sind dünn

17.10.2026


Wenn Ende Oktober die Tage kürzer werden, die Blätter fallen und die Natur sich langsam zurückzieht, beginnt eine ganz besondere Zeit: Samhain. 

Das alte keltische Fest wird in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert und gilt als Ursprung vieler Halloween-Bräuche.

Samhain stammt aus der alten irischen und keltischen Tradition und markierte den Beginn des Winters. Das Altirische Wort bedeutet soviel wie "Ende des Sommers".

Das Jahr wurde nicht nur in Frühling, Sommer, Herbst und Winter eingeteilt, sondern auch in besondere Übergangszeiten. 

Samhain war dabei ein Wendepunkt: Die Ernte war eingebracht, die Felder wurden ruhiger und die dunkle Jahreszeit begann.

Die Nacht, in der die Welten sich begegnen


Samhain gilt als eine sogenannte Schwellenzeit. 
Man glaubt, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen unserer Welt und der Welt der Verstorbenen besonders durchlässig ist. 
Die Seelen der Toten konnten zu ihren Familien zurückkehren. 
Dieser Glaube und der Brauch sind uns auch noch sehr aus Mexiko bekannt. 
Dort feiert man ab dem 31.10. Día de los Muertos. (Disneyfilm Coco z.B.)

Doch nicht nur wohlwollende Geister sollten unterwegs sein. 
Auch geheimnisvolle Wesen aus der Anderswelt gehörten zu den Geschichten rund um Samhain. 


Besonders bekannt ist der Púca, ein sagenhaftes Wesen, das durch die Nacht streifte. 
Kinder wurden außerdem davor gewarnt, bestimmte Früchte nach Samhain zu essen, wie die Brombeere z.B. der Púca, so hieß es, habe sie verdorben.

Um sich zu schützen, verkleideten sich die Menschen und setzten Masken auf. 
So konnten sie unerkannt durch die Nacht gehen und böse Geister verwirren. 
Daraus entwickelte sich unter anderem die Tradition des Verkleidens an Halloween. 
Auch das heutige "Süßes oder Saures" hat seine Wurzeln in alten Bräuchen, bei denen verkleidete Menschen von Haus zu Haus zogen.

Heilpflanzen für deine eigene Samhain-Nacht


Auch Pflanzen spielen in alten Schutz- und Räuchertraditionen eine wichtige Rolle. 
Rosmarin wurde beispielsweise in Irland mit Schutz verbunden und traditionell über Türen gehängt.
Für ein heutiges, sanftes Samhain-Ritual kannst du 
Rosmarin, Beifuß, Wacholder oder Salbei verwenden. 
Lege die getrockneten Pflanzen auf einen Teller oder verräuchere sie.

Du kannst auch einen kleinen Samhain-Altar gestalten: 
eine Kerze, Herbstblätter, Kastanien, Äpfel, Nüsse und vielleicht ein Foto eines geliebten Menschen, an den du dich erinnern möchtest.


Denn vielleicht ist das Schönste an Samhain gar nicht das Gruseln. Es ist die Einladung, einmal innezuhalten: Danke zu sagen für das, was war, loszulassen, was nicht mehr mit in den Winter soll, und mit einem kleinen Licht in die dunklere Zeit zu gehen.

Share