Die 10 000 Jahre alte Quitte

05.11.2026

Woher kommt die Quitte eigentlich?

Die echte Quitte trägt den botanischen Namen Cydonia oblonga und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Damit ist sie mit unseren Äpfeln, Birnen und anderen heimischen Obstgehölzen verwandt.

Ihre ursprüngliche Heimat liegt im Gebiet des südlichen Kaukasus und in den angrenzenden Regionen Westasiens. Dazu gehören unter anderem das heutige Armenien, Aserbaidschan und der Iran.

Von dort aus verbreitete sich die Quitte über Jahrtausende in Richtung Osten bis nach China und in Richtung Westen bis in den Mittelmeerraum.

Bereits vor mehreren tausend Jahren wurde sie im Kaukasus kultiviert. Die alten Griechen kannten und schätzten die Frucht spätestens im 7. Jahrhundert vor Christus. Sie nannten sie unter anderem "mala cydonia", was so viel wie "Apfel aus Kydon" bedeutet. Kydon war eine antike Stadt auf Kreta.

Auch bei den Griechen hatte die Quitte eine besondere symbolische Bedeutung. Sie galt als Frucht der Liebe, Fruchtbarkeit und Ehe und wurde teilweise bei Hochzeiten verschenkt.

Die Quitte ist streng genommen keine ursprünglich heimische Wildpflanze in Deutschland. Sie ist eine alte Kulturpflanze, die sich bei uns über die Jahrhunderte etabliert hat.

Vermutlich gelangte sie bereits mit den Römern nach Mitteleuropa. Einen besonders interessanten historischen Beleg finden wir allerdings unter Karl dem Großen.

In seiner Landgüterverordnung, dem sogenannten Capitulare de villis, wurde die Quitte im Jahr 812 als eine der Pflanzen aufgeführt, die auf den kaiserlichen Gütern angebaut werden sollten.

Das bedeutet: Spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts war die Quitte nördlich der Alpen bekannt und wurde gezielt kultiviert.


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